Beetle Banks – Insekten Oasen in der Feldflur

Beetle Banks – Insekten Oasen in der Feldflur2019-07-11T12:28:07+00:00

Project Description

Zugewinn für die Artenvielfalt, nützlich in der Landwirtschaft.

Was sind Beetle Banks?

Unter Beetle Banks (zu dt. Käferbänke/Insektenwälle) versteht man zwei bis vier Meter breite, etwa 40 Zentimeter hohe Wälle an Ackerrändern, die mit speziellen Grasmischungen eingesät werden und mehrere, aufeinanderfolgende Wachstumsperioden bestehen sollen.

Unter den richtigen Bedingungen tragen diese Strukturen, in denen viele, teils räuberische Insekten- und Spinnenarten überwintern können um im Frühjahr wieder ins Feld einzuwandern, zum Erhalt und der Förderung der Biodiversität bei ohne dabei landwirtschaftliche Praxis zu behindern oder einzuschränken. Zudem wird Bodenbrütern und Niederwild zusätzlicher Lebensraum geschaffen.

Der schematische Aufbau einer Beetle Bank zwischen zwei Feldern. So kann sie ihre Aufgabe als Refugium für Insekten, Kleintiere und Spinnenarten erfüllen. Quelle: Game & Wildlife Conservation Trust
Etablierte Beetle Bank, die mit Altgras bewachsen ist. Sie ist ein wertvoller Beitrag zum Erhalt und der Förderung der Artenvielfalt. Quelle: Game & Wildlife Conservation Trust

Warum sind solche Maßnahmen notwendig?

Durch die Reduktion von Hecken, Knick- und anderen Ackerrandstrukturen, sowie fehlenden Altgras- und Blühstreifen mangelt es an Lebensräumen für eine Vielzahl an Kleinstlebewesen. Sie bilden aber die Grundlage eines komplexen, auf sie angewiesenen Nahrungsnetzwerks. Durch den drastischen Rückgang an Insekten- und Spinnenarten in den vergangenen Jahrzehnten haben Niederwild- und Singvogelbesätze erheblich gelitten. Es ist zu erwarten, dass mehrere Arten (z.B. das Rebhuhn, die Goldammer, Feldspatz u.a.) in naher Zukunft in Deutschland aussterben werden, wenn diese Entwicklung nicht umgekehrt wird.

Welchen Nutzen haben Beetle Banks?

Es konnte vom britischen „Game & Wildlife Conservation Trust“ nachgewiesen werden, dass Beetle Banks – im Vergleich zur strukturarmen Umgebung – Lebensräume für bis zu 1.000 Insekten und Spinnen pro Quadratmeter bieten können. Von dort können sie nach erfolgreicher Überwinterung zurück ins Feld einwandern, wo sie Schädlingszahlen signifikant reduzieren und wichtige Rollen in komplexen Nahrungsnetzwerken übernehmen können.

Werden die Beetle Banks als Trennlinien in großen Schlägen angelegt, tragen sie dazu bei, Nützlinge schneller im Feld zu verteilen, als wenn sie von den Ackerrändern einwandern müssen.

Durch die Struktur der Wälle, mit einer windabgewandten und einer windzugewandten Seite, kann sich dann ein besonders günstiges Mikroklima entwickeln, das die vermehrte Ansiedlung von Insekten fördert. So wird das Nahrungsangebot für insektenfressende Vogelarten (Goldammer, Feldlerche, Kiebitz) und solche, die bei der Aufzucht der Nachkommen (Rebhuhn, Fasan) auf diese angewiesen sind, erhöht.

Ziele

Ziel des Projektes ist, die Qualität und Artenvielfalt von Grünland zu verbessern. Dafür sollen die Grundlagen geschaffen werden, um die Bettle Banks in die erste GAP Säule aufzunehmen. Zusätzlich soll erreicht werden, dass Grünland- und Biobetriebe nicht mehr von Greeningmaßnahmen ausgenommen sind. Ein Problem stellt nämlich die Tatsache dar, dass auch Zwischenfrüchte als Greeningmaßnahmen gelten. Übergeordnetes Ziel ist der Schutz und Erhalt der Artenvielfalt, des Niederwildes und bodenbrütender Arten.

Link zu englischen Seite des Game & Wildlife  Conservation Trust