Insekten- und Ökosystemschutz in Bayern

Insekten- und Ökosystemschutz in Bayern2020-07-29T21:11:25+00:00

Project Description

Zwischenbericht des G.C.D.-Großprojektes

Pressemitteilung
© Dr. Daniel Hoffmann, Game Conservancy Deutschland e.V.

Untersuchung von Insektenwällen in Wallerstein auf dem Betrieb von Familie Zellinger

Bienen, Schmetterlinge und Insekten allgemein sind in den letzten Jahren sehr in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Tatsächlich ist die Biodiversität in der Kulturlandschaft in den vergangenen Jahrzehnten nachweislich zurückgegangen.

Um dieser Entwicklung entgegen zu steuern und dabei die typischen Tiere und Pflanzen der Feldflur zu unterstützte, hat die Game Conservancy Deutschland in diesem Jahr mit einem Projekt zur nachhaltigen Förderung der Artenvielfalt begonnen. An drei Standorten in werden in Zusammenarbeit mit drei landwirtschaftlichen Familienbetrieben sogenannten Insektenwälle („Beetle Banks“) als ökologische Maßnahmen angelegt. Diese Wälle werden durch eine spezielle Art der Bearbeitung mit dem Pflug aufgebaut und dann mit einer eigens zusammengestellten Gras- und Kräutermischung angesät.

Erfahrungen zu den Insektenwällen gibt es aus Mitteleuropa nur wenige, allerdings ist das Konzept in Großbritannien bereits seit den 1980er Jahren erprobt. Trotz der bekannten positiven Wirkung der Insektenwälle gibt es bisher in Deutschland kaum Beispiele. Ein Pilotprojekt in Brandenburg in Zusammenarbeit mit zwei engagierten Betrieben und verlief jedoch bereits sehr erfolgreich und wird fortgesetzt.

Die Insektenwälle bieten Ganzjahreslebensräume für alle Tier- und Pflanzenarten des Offenlandes und durch die Wallstruktur gibt es immer windberuhigte Bereiche. Wichtig für Insekten und andere Feldbewohner ist auch die relativ lockere Beschaffenheit des Walles, so das er schnell abtrocknet nach starken oder langanhaltenden Regenereignissen. Er bietet zudem Überwinterungsmöglichkeit im Boden, da weder Staunässe noch Fröste so wirken wie im flachen Boden. Eine Vielzahl an positiven Wirkungen können den Insektenwällen zugeschrieben werden und so hat die Game Conservancy Deutschland e.V. (G.C.D.) mit Unterstützung des Bayrischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ein Projekt zur Etablierung des Insektenwälle als Agrarumweltmaßnahme Ende letzten Jahres beginnen können.

Dr. Daniel Hoffmann (6. vL.) leitet die Besichtigung der Insektenwälle die im Betrieb der Familie Zellinger angelegt wurden.
Besichtigung eines Insektenwalles auf dem Familienbetrieb Zellinger.
Insektenwälle werden auf besondere Weise aufgepflügt um ihnen die gewünschten Eigenschaften zu verleihen.
Die Struktur der Insektenwälle schafft Lebensräume für vielfältige Lebewesen der Feldflur und erhöht die Biodiversität.

Wichtige Wanderrouten

Erprobt und erforscht werden im Rahmen des Projektes nicht nur die ökologischen Vorzüge sondern ein Schwerpunkt liegt auch in der ökonomischen Betrachtung, wie sich ein Insektenwall wirtschaftlich auf den jeweils ausführenden landwirtschaftlichen Betrieb auswirkt. Es besteht eine intensive Kooperation mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, wo bereits zwei Bachelorarbeiten zur Thematik vergeben sind. Auch das zoologische Fachwissen  am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmed Uni in Wien wird genutzt, um das Projekt fachlich zu begleiten.

In diesem Frühjahr wurden nun insgesamt rund 25 Insektenwälle in Niederbayern, Unterfranken und Schwaben angelegt. Um über den Stand des Projektes zu informieren, hat die G.C.D. Partner aus dem Bayrischen Bauernverband, der Hochschule Triesdorf und dem Staatsministerium nach Wallerstein eingeladen, wo auf dem Betrieb von Familie Zellinger Insektenwälle angelegt wurden.

Die Erdwälle liegen als Streifen in den Ackerfluren und bilden so wichtige Wanderkorridore für zahlreiche Tiere. Es werden derzeit die Insekten- und die Spinnenfauna auf den Insektenwällen untersucht und mit sogenannten Nullflächen verglichen. Die Nullflächen sind in der Regel so ausgewählt, dass sie mittig in einem landwirtschaftlich bewirtschafteten Feld liegen. Eine umfangreiche Brutvogelkartierung in allen drei bayrischen Regionen wurde bereits abgeschlossen. Um den Betrieb von Markus Zellinger wurden z.B. 65 Arten während der Brutsaison 2020 nachgewiesen.

Zwischenberichten und erste Ergebnisse werden vermutlich  gegen Ende des Jahres veröffentlicht und sind zeitnah auf der Homepage www.gameconservancy.de nachzulesen.

In der Presse